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Windows XP MUI

Windows XP mit Multilanguage User Interface

Was ist MUI?

Unser Ausgangspunkt

1. Schritt - Benutzer anlegen

2. Schritt - Tastatur einrichten

3. Schritt - Outlook

4. Schritt - Acrobat Reader


Was ist MUI?



Auswahl der Sprache für die Benutzeroberfläche

MUI steht für "Multilanguage User Interface". Ein Windows-Betriebssystem wird durch Resourcendateien erweitert und anschließend ist es möglich, benutzerspezifisch eine Sprache für die Benutzeroberfläche einzustellen. Diese zusätzliche Einstellung finden sie auf einem Windows XP mit MUI Erweiterung in der Systemsteuerung (engl. Control Panel) unter den "Regions- und Sprachoptionen" (engl. "Regional and Language Options") auf dem Tab "Sprachen" (engl. "Languages"). Im Beispielbild sind Englisch, Französisch, Deutsch und Japanisch installiert.

Die MUI-Erweiterung muß zusätzlich zum Betriebssystem installiert werden. Sie ist nicht im Betriebssystem enthalten und normalerweise auch nicht im Einzelhandel erhältlich. Sie wird nur mit Volumenlizenz-Programmen wie z.B. dem Microsoft Open License Program ausgeliefert oder kann evtl. zusammen mit der OEM-Version bei einem neuen Computer auf speziellen Wunsch erworben werden. Ich würde es zuerst bei einem Computerhändler versuchen, der vor allem Geschäftskunden bedient.

Als Basis ist nicht jedes Windows-Betriebssystem geeignet! So geht z.B. ein "Microsoft Windows XP Professional English". Die deutsche Version geht nicht, auch eine "Home Edition" ist ungeeignet. Windows Vista ist von vornherein auf einen MUI-Betrieb ausgelegt. Wenn Sie ein deutsches Windows Vista kaufen, bekommen Sie eine prinzipiell für alle Sprachen geeignet Version, und dazu die deutschen Sprachresourcen. Windows Vista läßt aber nur in der "Ultimate Edition" und "Enterprise Edition" die gleichzeitige Installation mehrerer Language Packs zu. Bei allen anderen Versionen entfernt das Betriebssystem alle Nicht-Default-Sprachen vom System. Mehr kann ich mangels eigenen Erfahrungen derzeit zu Windows Vista nicht sagen.

Die Spracheinstellung bezieht sich nur auf das Betriebssystem, nicht auf die Anwendungsprogramme. Damit auch ein Anwendungsprogramm seine Sprache wechselt wie das Betriebssystem, muß es eine MUI-Unterstützung eingebaut haben. Sonst arbeitet es nur in der einen Sprache, in der es installiert wurde. Für "Microsoft Office 2003" und "Microsoft Office 2007" gibt es ein MUI-Pack. Für den "Microsoft Internet Explorer 7" kann man sich ein MUI-Pack bei Microsoft herunterladen.

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Unser Ausgangspunkt

Normalerweise installiert man eine MUI-Version, wenn eine gemischtsprachliche Gruppe von Benutzern mit demselben Rechner arbeiten soll. In gewisser Weise gilt das auch in unserem Fall. Ich habe es jetzt leichter, das japanische System zu pflegen - ich habe zu diesem Zweck einfach einen deutschen Benutzer angelegt.

Der Hauptgrund ist jedoch, daß es in Deutschland schwierig ist, ein japanisches System zu kaufen. Es gibt sicher auch Spezialfirmen, die so etwas liefern können. Man bekommt aber - vor allem, wenn man aufs Geld achten muß - in erster Linie Systeme mit deutscher Tastatur und vorinstalliertem deutschen Betriebssystem. Bestenfalls kann man ein englisches Betriebssystem erstehen.

Unser altes japanisches System hatten wir aus einzeln gekauften Komponenten selbst zusammengestellt und mit einem in Japan gekauften Windows 2000 und einem Office 2000 ausgestattet, auch die Tastatur war aus Japan. Auch um Zeit zu sparen haben wir diesmal ein fertiges Gerät mit vorinstalliertem englischen Windows XP Professional genommen. Mit Windows Vista kenne ich mich noch nicht aus, und wie soll ich Hilfestellung leisten, wenn eine mir unbekannte Fehlermeldung auch noch auf japanisch erscheint?

Es wurden ferner ein englisches Office 2003 und die Sprachpakete für Deutsch und Japanisch installiert. Eine japanische Tastatur hatte wir uns wieder in Japan besorgt. Alles kein Problem - sollte man meinen. Ein paar Schwierigkeiten sind aber doch aufgetaucht. Denen widmen sich nun die folgenden Abschnitte.

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1. Schritt - Benutzer anlegen



Tastatureinrichtung

Zunächst wurden zwei Benutzer angelegt, ein japanischer und ein deutscher. Nennen wir sie mal JA und DE. Wenn man sich als JA oder DE anmeldet, ist die Sprache in beiden Fällen Englisch. In der Systemsteuerung muß nun zunächst die Sprache für die Benutzeroberfläche umgestellt werden (Siehe Bild oben). Danach muß man sich einmal abmelden und wieder neu anmelden, damit die neue Sprache auch wirksam wird.

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2. Schritt - Tastatur einrichten

In unserem Fall wurde die mitgelieferte deutsche Tastatur durch eine japanische ersetzt. Um das zu tun klickt man in der Systemsteuerung (Control Panel) unter "Regional- und Sprachoptionen" ("Regional and Language Options") auf dem Tab "Sprachen" in der Rubrik "Textdienste und -eingabesprachen" ("Text services and input languages") auf die Schaltfläche "Details...". Hier wurden eine deutsche und eine japanische Tastatur hinzugefügt, auf die japanische Tastatur umgeschaltet und die voreingestellte englische Tastatur entfernt. Eine deutsche Tastatur ist zwar an unser neues System nicht angeschlossen, jedoch ermöglicht ein temporäres Umschalten die einfachere Eingabe von Umlauten und ß auch mit einer japanischen Tastatur, und mit dem Rechner sollen ja auch deutsche Texte geschrieben werden.

Leider reichte diese Einstellung so allein nicht aus. Die japanische Tastatur wurde weiterhin so behandelt als sei sie eine englische, d.h. die belegung der Tasten war anders und die speziellen Funktionstasten der japanischen Tastatur wurden nicht unterstützt. So war an ein vernünftiges Arbeiten nicht zu denken. Offenbar war nicht der richtige Tastaturtreiber installiert.

Wenn Sie das Treiberproblem nicht haben können Sie hier weiterlesen.

Zunächst habe ich versucht, die USB-Tastatur aus dem Gerätemanager (Systemsteuerung / Verwaltung / Computerverwaltung / Gerätemanager) zu entfernen und dann durch erneutes Anschließen den Computer dazu zu bewegen, automatisch den richtigen Treiber auszuwählen. Er nahm aber wieder denselben, falschen Treiber. Bei der Tastatur war auch kein Treiber mitgeliefert worden. Deshalb habe ich schließlich einen Treiber einer anderen japanischen Tastatur installiert.

Und das geht so:




Im Gerätemanager (Systemsteuerung / Verwaltung / Computerverwaltung / Gerätemanager) wählen Sie die installierte Tastatur aus. Öffnen sie mit der rechten Maustaste das Kontextmenü, und wählen Sie dann "Eigenschaften".




Es öffnet sich das Fenster mit den Tastatureigenschaften. Auf dem zweiten Tab (Treiber) klicken sie auf die Schaltfläche "Aktualisieren".




Es öffnet sich der Windows Hardwareupdate-Assistent. Wir wollen keine Verbindung mit Windows Update herstellen. Deshalb wählen wir "Nein, diesmal nicht" und klicken auf "Weiter".



Automatisch installieren klappt ja nicht, deshalb mach wir das hier. Also wählen wir "Software von einer Liste oder bestimmten Quelle installieren", auch wenn das ehr was für fortgeschrittene Benutzer sein soll. Danach wieder auf "Weiter" klicken.




Nicht suchen - wir wissen ja wohin das führt - sondern den zu installierenden Treiber selbst wählen. Und "Weiter" klicken nicht vergessen!




Zunächst werden dann nur die Treiber angezeigt, die Windows für kompatibel hält - und von denen wir wissen, daß sie falsch sind. Wenn man das Häkchen aus dem Kontrollkästchen "Kompatible Hardware anzeigen" entfernt, bekommt man alle Möglichkeiten angezeigt. In unserem Fall hat ein Treiber der Firma Mitsumi gepaßt. Falls Sie dasselbe Problem haben, kann es natürlich sein, daß bei Ihnen ein anderer Treiber gewählt werden muß. Da hilft nur ausprobieren und wenn nötig diese ganze Prozedur noch mal von vorne zu beginnen. Vielleicht hat man ja auch eine Treiberdiskette oder CD vom Hersteller der Tastatur oder dessen Internetseite hilft einem weiter.

Auf jedem Fall ist nach der Auswahl des Treibers wieder auf "Weiter" zu klicken.




Windows meldet zwar noch Bedenken in Form eines Meldungsfensters an, nachdem wir diese Meldung jedoch weggeklickt haben, wird der Treiber installiert. Man muß dann nur noch "Fertig stellen" klicken.




In den Tastatureigenschaften können Sie jetzt auch nachlesen, welcher Treiber installiert ist.

Ein Warnung sei an dieser Stelle noch ausgesprochen. Wenn Sie die Tastatur vom Rechner abziehen und dann in einen anderen USB-Anschluß stecken, kann es sein, daß Windows für dieses vermeintlich neue Gerät wieder den ursprünglichen Treiber läd. (Sie haben Windows zwar angewiesen, den neuen Treiber zu verwenden, aber ganz eingesehen hat Windows das nicht...) Dann müssen Sie diese ganze Prozedur wiederholen. Also besser: Finger weg.

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3. Schritt - Outlook

Dieser Abschnitt sollte ursprünglich "Office" heißen, aber problematisch war eigentlich nur Outlook. Hier sind ja nun auch Daten zu übernehmen - und wir springen nicht nur von einem japanischen Windows 2000 zu einem Windows XP MUI mit japanischem Language-Pack sondern auch noch von Office 2000 zu Office 2003 (Bei Office 2007 dürften die Probleme ähnlich liegen).

Zu allererst ist wichtig, daß Outlook erst das erste Mal geöffnet wird, nachdem die Sprache für den Benutzer eingestellt wurde und nachdem man sich ab- und wieder angemeldet hat. Outlook vergibt nämlich seine Ordnernamen beim ersten Programmstart in der Sprache des angemeldeten Benutzers, und ändert sie später nicht mehr.

Kommen wir zur Datenübernahme. Was Privatanwender betrifft, speichert Outlook speichert seine Daten in den meisten Fällen in PST-Dateien. Diese liegen - für einen Durchschnittsanwender sehr gut versteckt - im Benutzerprofil. Auf einem englischen System heißt der Pfad typischerweise C:\Documents and Settings\[Username]\Local Settings\Application Data\Microsoft\Outlook\Outlook.pst, wobei sie für [Username] den Namen des Benutzers angeben müssen. Der Ordner "Local Settings" ist ein versteckter Ordner. Sie können Ihn sichtbar machen, indem sie im Windows Explorer unter dem Menüpunkt Extras/Ordneroptionen auf dem Tab "Ansicht" bei den erweiterten Einstellungen die Einstellung "Versteckte Dateien und Ordner" auf "Alle Dateien und Ordner anzeigen" ändern.



Umstellen der Codeseite

Normalerweise können Sie diese Outlook.PST-Datei auf das neue System kopieren, dort mit Outlook öffnen und direkt damit arbeiten. Nun gibt es allerdings einen Unterschied zwischen den PST-Dateien von Outlook 2000 und späteren Versionen. Outlook 2000 speichert seine Daten in ANSI-Codierung während Outlook 2003 seine Daten in Unicode-Codierung speichert, was sicher die bessere Lösung ist.

Glücklicherweise kann Outlook 2003 noch mit den ANSI-codierten PST-Dateien von Outlook 2000 umgehen. ANSI ist jedoch nicht gleich ANSI. Da der Zeichensatz bei ANSI nicht  genug Codes enthält, um alle Zeichen dieser Welt darzustellen, sind - vereinfacht gesagt - einige Codes mehrfach mit Zeichen belegt. Es wird dann über eine sogenannte Codeseite bestimmt, welche Belegung der Codes zur Anwendung kommt. Auf dem Quellsystem und auf dem Zielsystem müssen daher dieselben Codeseiten eingestellt sein. Auf einem dem alten japanischen System ist natürlich eine japanische Codeseite eingestellt, während auf dem MUI-System natürlich standardmäßig eine englische Codeseite eingestellt ist, denn im Grunde handelt es sich ja um ein englisches System. Um die alten Mails und Kontakte auf das neue System zu übertragen, müssen wir also die Codeseite auf Japanisch umstellen.

Dazu öffnen wir wieder in die Regions- und Sprachoptionen aus der Systemsteuerung. Dort gehen wir jetzt auf den Tab "Erweitert" und stellen dort "Japanisch" als Sprachversion für Programme ein, die Unicode nicht unterstützen. Wenn Sie das nicht machen, werden die Namen Ihrer Mailaddressaten, die Namen der Mailanhänge und die kompletten Kontakte aus sehr merkwürdigen Zeichen bestehen, wenn sie vorher mit japanischen Schriftzeichen geschrieben waren. Die Mailinhalte sind nicht betroffen, weil bei ihnen die Codeseite anders festgelegt wird. Diese Einstellung gilt für das ganze System, nicht nur für den angemeldeten Benutzer. Nachdem Sie diese Änderung gemacht haben, muß das System neu gestartet werden.

Kopieren Sie die Outlook.PST-Datei von Outlook 2000 auf das Zielsystem, wobei sie die Datei natürlich umbenennen sollten, um die bestehende Outlook.PST-Datei auf dem Zielsystem nicht zu überschreiben. Öffnen Sie sie mit Outlook 2003. Windows wird sie dann dezent in Form einer Messagebox darauf hinweisen, daß sie eine Nicht-Unicodedatei zu Ihrem Profil hinzufügen wollen, und daß das vielleicht nicht so gut ist. Machen wir aber trotzdem. Danach haben sehen wir im Outlook die Ordner mit unseren alten Daten - wenn alles gutgeht.

Leider gibt es aber noch einen möglichen Grund, warum es möglicherweise nicht gut geht. Unglücklicherweise funktioniert das so nämlich nur bis zu einer gewissen Dateigröße. Wenn man bei den anschließenden Kopiervorgängen eine Fehlermeldung erhält, muß man den Transfer mit mehreren PST-Dateien durchführen. Dazu muß man auf dem Quellsystem eine weitere PST-Datei anlegen, einen Teil der zu übertragenden Inhalte dort hineinkopieren und diese Datei dann auf dem Zielsystem öffnen. Die restlichen Daten werden dann in einer zweiten und wenn nötig dritten Aktion übertragen.

Hat man die PST-Datei dann auf dem Zielsystem geöffnet, kopiert man den Inhalt der Ordner in die neue Unicode-PST-Datei. Dabei werden die Daten in Unicode konvertiert. Die PST-Datei vom Quellsystem kann danach geschlossen und entsorgt werden. Wenn Sie wollen, können sie die Codeseite auch wieder zurück auf Englisch stellen. Im folgenden Abschnitt gibt es aber noch einen Grund das nicht zu tun.

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4. Schritt - Acrobat Reader

Es gibt sicher viele weitere Programme, die man auf ihr Verhalten in einer MUI-Umgebung abklopfen könnte. Der Adobe Acrobat Reader gehört sicher zu den wichtigeren.

Man kann sich von Adobe eine japanische Version des Readers herunterladen. Wenn man aber das System mit einer englischen Codeseite betreibt (siehe vorherigen Abschnitt), kann man den Reader nicht mit einer japanischen Oberfläche betreiben. Also: Wenn man das will, ist die japanische Codeseite Pflicht. Wenn der Reader (Ich beziehe hier auf die Version 8) bereits auf Englisch eingestellt ist, sind folgende Schritte nötig, um eine japanische Oberfläche zu bekommen:

Unter Preferences im Abschnitt "International" müssen Sie einstellen, daß sie beim nächsten Programmstart die Sprache einstellen wollen ("Choose at application startup"). Dann beenden Sie das Programm und starten es erneut. Sie erhalten dann die Möglichkeit, Japanisch als Sprache für die Benutzeroberfläche zu verwenden. Umgekehrt geht's auch, nur daß Sie dann Japanisch können müssen um die entsprechende Einstellung zu finden. Die Spracheinstellung für den Acrobat Reader wirden sich leider auch auf alle Benutzer aus, egal welche Sprache für den Benutzer eingestellt ist. Es ist halt kein MUI-Programm.

Aber auch wenn Sie Englisch als Sprache für die Oberfläche verwenden, japanische Dokumente anzeigen können Sie immer.

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Diese Seite wurde zuletzt aktualisiert am 22.10.2011
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